Presseberichte


Kleine Messe, große Musik

Chor, musikalische Leitung und die Solisten strahlen zu Recht nach einer beeindruckenden Aufführung. Vorne von links: Susanne Bernhard, Marion Eckstein, Sun-Myung Kim, Karel Ludvik, Wolfram Koloseus, Volker Krebs, Jochen Schaaf. FOTO: Dirk Tenbrock
Chor, musikalische Leitung und die Solisten strahlen zu Recht nach einer beeindruckenden Aufführung. Vorne von links: Susanne Bernhard, Marion Eckstein, Sun-Myung Kim, Karel Ludvik, Wolfram Koloseus, Volker Krebs, Jochen Schaaf. FOTO: Dirk Tenbrock

Wenn sich die richtige Musik und die richtigen Musiker finden, dann können magische Momente entstehen. So geschehen am Samstagabend in der Pfarrkirche St. Paulin im Trierer Norden bei der Petite Messe solenelle von Gioachino Antonio Rossini und dem Ensemble unter der Leitung von Jochen Schaaf. Eineinhalb Stunden pure Kontemplation und Musikgenuss auf höchstem Niveau in berauschend schönem Ambiente.


Märchenerzähler mit Tuba und Trompete

Das Blasensemble Federspiel passt in keine gängige Kategorie. In der Trierer Europahalle präsentieren die Österreicher im Rahmen des Mosel Musikfestivals ihr originelles Programm „Smaragd“. FOTO: Christoph Strouvelle
Das Blasensemble Federspiel passt in keine gängige Kategorie. In der Trierer Europahalle präsentieren die Österreicher im Rahmen des Mosel Musikfestivals ihr originelles Programm „Smaragd“. FOTO: Christoph Strouvelle

Ausgefallen darf ein Konzertabend ruhig mal sein. Auch beim Mosel Musikfestival. Freunde der ungewöhnlichen Blasmusik sind bei Federspiel auf ihre Kosten gekommen. Denn die Eigenkompositionen der siebenköpfigen österreichischen Band sind in keine Rubrik einzuordnen. Da treffen Jazzelemente und rhythmische Abenteuer wie ein 15/8 Takt aufeinander. Zur Musik von Trompete, Posaune und Tuba mischen sich Jodler und Dudler, Klänge der Zither und für den Normalhörer nicht identifizierbare österreichische Lebensweisheiten als vokale Einlagen, die kaum jemand versteht ohne entsprechende Dialektkenntnisse.


Spitzenensemble bringt neuen Bürgersaal zum Klingen

Nehmen stürmischen Applaus entgegen: die Musiker des Berolina Ensembles Friederike Roth (von links), David Gorol, Jule Hinrichsen, Viller Valbonesi, Isabelle Bania und Dorian Wetzel.
Nehmen stürmischen Applaus entgegen: die Musiker des Berolina Ensembles Friederike Roth (von links), David Gorol, Jule Hinrichsen, Viller Valbonesi, Isabelle Bania und Dorian Wetzel.

Das Berolina Ensemble mit der aus Bernkastel-Kues stammenden Klarinettistin Friederike Roth hat bei seinem Konzert im Leiwener Bürgerhaus am Dienstagabend bereits zum dritten Mal im Rahmen des Mosel Musikfestivals seine musikalische Visitenkarte abgegeben.

In kleinerer Besetzung als wenige Tage zuvor im Kloster Machern und in den Werkshallen der Natus GmbH in Trier haben die jungen Musiker vor 160 Besuchern in der neu errichteten Bürgerhalle erneut zu überzeugen gewusst. Und das mit Stücken von Komponisten, die auch Kennern der Kammermusik nicht unbedingt geläufig sind.


12.8.2018 Musikalische Marx-Liebes-Reise

Ungewöhnliche Kulisse für Kammermusik: Das Berolina Ensemble spielte in der Halle der Firma Natus in Trier. FOTO: TV / Thomas Roth
Ungewöhnliche Kulisse für Kammermusik: Das Berolina Ensemble spielte in der Halle der Firma Natus in Trier. FOTO: TV / Thomas Roth

Es war ein äußerst gelungener Abend im Rahmen des Mosel Musikfestivals vor ungewöhnlicher Kulisse. Die Firma Natus, Hersteller von Schaltanlagen, öffnete ihre Hallen für Kammermusik der eingängigen, aber nicht simplen Art – erfrischend präsentiert vom Berolina Ensemble. Hallen, in denen sonst nur zwei Maschinen zu hören sind. Stanzmaschinen, die wie Geschäftsführer Frank Natus erläuterte, voll automatisiert  Material holen und verarbeiten – nur noch zwei bis drei Menschen sind zum Bedienen notwendig. Ein Bruchteil der bis zu 600 Menschen, die das Unternehmen ansonsten beschäftigt. Doch zurück zur Musik: Die moderne Halle bildete die passende Kulisse für einen Marx-Abend, auch wenn es nicht um das ökonomische Werk ging, sondern um die Liebe von Karl Marx und Jenny von Westphalen. Um lebenslange Zuneigung, Leidenschaft, Konflikte in der Familie, die heimliche Verlobung, die Hochzeit und tragische Geschehnisse.


11.8.2018 Kit Armstrong & Thomas E. Bauer

Halten sich in der Paulinkirche in Trier eng an die Vorlage von Johann Sebastian Bach: Bariton Thomas Bauer (rechts) und Pianist Kit Armstrong.
Halten sich in der Paulinkirche in Trier eng an die Vorlage von Johann Sebastian Bach: Bariton Thomas Bauer (rechts) und Pianist Kit Armstrong.

Wie beweglich, wie wohlartikuliert, wie gedankenreich kann Bachs Musik klingen! Bariton Thomas E. Bauer gibt der berühmten „Kreustabkantate“ eine Fülle von Feinheiten mit – von Klangfärbungen, von Text-Differenzierungen. Sein Bariton trägt perfekt in der mit 300 Besuchern vollbesetzten Trierer Paulinkirche. Koloraturen beißen sich nicht in sturem Legato fest, sondern klingen leicht und entspannt – so als würde ein Zeichner Linien abschließen und zu neuen Linien ansetzen. Und über allem liegt eine klingende Rhetorik, die in dieser Musik etwas Existenzielles vermittelt.



5.8.2018

Ganz schön taktvoll